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  • Corina Lendfers

Galileo, Kepler, Edison: Aufbruch in der Geschichte


Was fällt dir beim Wort "Aufbruch" ein? Das Ende einer gemütlichen Runde, nach der man aufsteht und nach Hause geht vielleicht. Oder Menschen, die aufgebrochen sind zu einem neuen Ziel. Eventuell auch eine Phase des Aufbruchs, Aufbruch in ein neues Zeitalter.


Ein Blick in die Geschichte widerspiegelt die Vielfäligkeit menschlichen Aufbruchs. Bevor die Menschen sesshaft wurden, gehörte Aufbruch zum Alltag. Die Nahrungssuche trieb sie von einem Ort zum nächsten. In der Zeit der Glaubenskriege nach der Reformation im 16. Jahrhundert und durch die Entdeckung Amerikas brachen Tausende von Europäern auf, um an der Ostküste Amerikas als Siedler ein neues Leben aufzubauen.


Aufbruch hat viele Facetten.

Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert und der Französischen Revolution 1798 endete das Jahrtausende alte System der Ständegesellschaft. Die Zeit war reif für die Ideen der Menschenrechte und der demokratischen Staatsorganisation. Mit der Industrialisierung brach ein neues Zeitalter an. Aufbruch.


Viele Entdeckungen und Erfindungen, die bis heute bedeutsam sind, haben wir einzelnen Menschen zu verdanken, die aufgebrochen sind. Den neugierigen, aufmerksamen und unbeugsamen Gelehrten Tycho Brahe, Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei, Johannes Kepler und Isaac Newton gelang es durch Kooperation zu bewiesen, dass sich die Erde als einer von mehreren Planeten um die Sonne dreht und nicht das Zentrum des Universums darstellt. Ihre Forschungen waren gefährlich, da sie der mächtigen Kirche widersprachen. Obwohl ihnen durch ihre ketzerischen Behauptungen die Inquisition und im schlimmsten Fall der Tod drohten, forschten sie weiter. Nicht, weil sie sich Ruhm erhofften, sondern angetrieben von ihrer Neugierde und ihrer Leidenschaft.


Leidenschaft ist der Antrieb des Aufbruchs.

Ein besonders beeindruckender leidenschaflticher Erfinder war Thomas Alva Edison. Sein Schulbesuch beschränkte sich auf drei Monate seines Lebens und endet mit der Aussage seines Lehrers, er sei ein Hohlkopf. Ein Glück für den neugierigen Jungen, der nun alle Zeit der Welt hatte und sich auf alles stürzte, was mit Chemie zu tun hatte. Bis zu seinem Tod 1931 ließ Edison 1093 Erfindungen patentieren. Die bekannteste davon dürfte wohl die Glühbirne sein.


Aufbruch bedeutet Veränderung. Veränderung benötigt Energie. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Energie zu sparen. Darum fällt es uns häufig schwer, aufzubrechen. Wir kommen aber nicht darum herum, wenn wir uns weiterentwickeln möchten. Und das müssen wir alleine schon deshalb, weil sich unsere Umwelt ständig verändert, ob es uns passt oder nicht. Wir haben die Wahl: Wir können auf Veränderungen reagieren oder sie selbst iniziieren. Energie benötigen wir in beiden Fällen. Wenn wir freiwillig aufbrechen und uns dabei von unserer Leidenschaft antreiben lassen, fühlen wir uns aktiv, lebendig und selbstbestimmt. Alleine schon deshalb lohnt sich Aufbruch. Auch wenn wir dadurch keine weltbewegenden Dinge erfinden.

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